![]() | Rollator-Tänzer bringen Spexarder Bauernhaus zum Beben |
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| Überall gute Laune: Die Tanzmäuse unter der Leitung von Delia Spexard eröffneten die Abende. |
In Spexard munkelt man, dass in der Bäckerei Thiesbrummel am Freitag und Samstag die Brötchen erst etwas später fertig waren. Bäckermeister Martin Thiesbrummel hat nämlich an den Vorabenden mit seiner Rollator-Tanzgruppe das Bauernhaus zum Beben gebracht. Die Premiere bei der Karnevalssitzung der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) Spexard war auch ein Höhepunkt. „Männer Ü70“ nennt sich die Tanzgruppe unter der Leitung von Paola Johannhörster. Ein Teil der flotten Jungs mit Rollator hat dieses Alter aber noch nicht erreicht – so wie der Bäckermeister, der seinen Rollator bei „Highway to Hell“ zur Gitarre umfunktioniert.
Oder der amtierende Schützenkönig und Vorsitzender des Sportvereins, Volker Stickling, der gerade erst seinen 60. Geburtstag gefeiert hat. Als die Männer unter tosendem Applaus der Weiber die Hosenbeine hochkrempeln, kommen bei ihm natürlich weiße SVS-Socken zum Vorschein. Im Glitzer-Frack führt die Physiotherapeutin wie immer gekonnt durch das kurzweilige Programm. „Seit fast 20 Jahren“, sagt sie und erzählt, dass sie den „Job“ von ihrer Mama Veronika Bolte übernommen hat. Damals sei noch im Michelswirth bei Kaffee und Kuchen geschunkelt worden. Heute servieren im Bauernhaus Ehrenamtliche im Panzerknacker-Kostüm Bier, Wein und Antialkoholisches, fantasiereiches Fingerfood bringen die Spexarder selbst mit.
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| Bei der Generalprobe machten die Brillen noch Probleme, bei den Auftritten läuft’s rund: Die Minions Anna, Leona, Frieda, Emma, Smilla und Finja unter der Leitung von Kerstin Westhoff. |
Ums Essen geht’s auch in der WhatsApp-Gruppe zum Karneval, die Petra Stelter, Miriam Kötter, Petra Steinkamp, Paola Johannhörster und Sandra Mertens in einen Sketch verpacken: Muss der Kartoffelsalat vegan sein? Dürfen wir als Cowboy und Indianer gehen? Müssten es nicht eigentlich Cowboy, Cowgirl und IndianerInnen sein? Zu Fragen wie diesen hat jeder seinen Senf dazu zu geben – und wenn’s nur eine Emoji ist. Kein Karneval ohne Kerstin Krebs: Die Spexarderin steigt auch in diesem Jahr in die Bütt und fragt sich, was der Blauwal eigentlich falsch macht – schließlich soll Schwimmen doch schlank machen. Neben Dauerbrennern wie die Schwestern Karin Stüker und Anja Kahlert mit ihrem Sketch gibt es auch Besuch aus der Nachbarschaft. Traditionell ist die Gardetanzgruppe Maschi Mäuschen unter der Leitung von Marie Nordhorn aus Kattenstroth mit dabei. Und weil die KfD Liebfrauen keinen Karneval mehr feiert, zücken Margot Westerbarkei und Kerstin Widay im Bauernhaus als Roland Kaiser und Maite Kelly in Spexard das Mikro. (Text: Dunja Delker)