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Historischer Grenzstein in Spexard zerstört

Bild: msc  
Die Zerstörung des Grenzsteines von 1774 in Spexard.

Der Heimatverein Spexard ist verärgert über die Zerstörung eines historischen Grenzsteines. Der Dreiländereckstein der drei ehemaligen Bauerschaften Spexard, Lintel und Varensell ist in zwei Teile gebrochen. Das obere Stück mit den Wappen der ehemaligen Territorien der Grafschaft Rietberg und dem Amt Reckenberg ist vom Stein getrennt worden. Nach Rücksprache mit Güterslohs Denkmalpfleger Ulrich Paschke wurden die Bruchstücke gesichert. Die Bezirksregierung in Detmold entscheidet jetzt wie es mit dem Grenzstein von 1774 weitergeht. Ein aufmerksamer Landwirt hatte den Bruch des Grenzsteins bemerkt und den Heimatverein informiert. An der Bruchstelle fanden sich außerdem leere Bier- und Schnapsflaschen. Die Bruchstücke wurden jetzt eingesammelt. Ein Teil des Grenzsteins befindet sich noch im Boden. Wie es zu der Zerstörung gekommen ist bleibt unklar. „So einen Stein zu demolieren ist nicht einfach“, ärgert sich Markus Schumacher, der stellvertretende Vorsitzende des Heimatverein Spexard, über den Vorfall. „Weil schon Moss auf der Bruchstelle zu sehen ist, vermute ich eine Zerstörung im vergangenen Herbst.“ Die Stelle befindet sich am Ölbach und ist schwer zu erreichen. Den heimischen Jägern war nichts aufgefallen.

  Bild: msc
Im Juli 2012 wurde der Grenzstein aus einem Seitengraben des Ölbachs geborgen. Bei der ersten Begutachtung sind Ulrich Paschke (links) und Johannes Glaw im Bild.

Im April 2012 unternahm der Stadtarchäologe Johannes W. Glaw mit Markus Schumacher vom Heimatverein eine Begehung der Grenzsteine aus früheren Zeiten. Zufällig und nach langer Suche und Recherche mit Fotos von 1987 wurde der Stein „Nummer16“ wiedergefunden und identifiziert. Glaw informierte den Denkmalpfleger Ulrich Paschke. Der Kontakt mit den drei Städten Rietberg, Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh und der Bezirksregierung in Detmold wurde aufgenommen. Der Eigentümer ist das Land Nordrhein-Westfalen und die zuständige Behörde für Grenzsteine die Bezirksregierung. Nach der Bergung im Juli 2012 wurde „Nummer 16“ im städtischen Bauhof gereinigt und begutachtet. Die bei der Erstellung eingemeißelten Wappen sind auch heute noch schwer zu erkennen. Das Wasser könnte eine Seite abgerieben haben. Sicher ist, dass der Stein vor vielen Jahren abgerutscht war und in Vergessenheit geriet ist. Das Reckenberger Wagenrad und der Rietberger Adler sind nur mit äußerster Mühe zu erkennen. Nach der Aufhebung der heimischen Territorien 1815 sind diese Wappen oftmals zerstört worden. Zu erkennen sind allerdings die Schleifspuren von Sensen. Die Steine waren früher hervorragend zur Schärfung des Ackergerätes geeignet. Die Anfertigung des Grenzsteines erfolgte 1774 durch einen Bielefelder Steinmetz. Der schwere Stein wurde mit weiteren 23 Steinen für die Außengrenzen des Amtes Reckenberg aus Bielefeld abgeholt. Die Kosten (22 Goldmark pro Stück) teilten sich das Amt Reckenberg und die Grafschaft Rietberg. Heute existieren noch 13 dieser historischen Steine. Zum Ortsjubiläum 925-Jahre-Spexard wurde der Grenzstein im Rahmen des Kreisheimattages an einer neuen Stelle wieder aufgestellt. „Ich hoffe, dass wir eine schnelle Entscheidung aus Detmold bekommen wie es mit dem Stein weitergeht“, setzt Schumacher auf eine Reparatur und eine Aufstellung an der alten Stelle.


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