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Weihnachtliche Trecker-Parade

 
Start und Ziel der weihnachtlichen Trecker-Parade war das Spexarder Bauernhaus an der Lukasstraße.

In Roman Polanskis Klassiker-Komödie „Tanz der Vampire“ friert Professor Abronsius in der Eiseskälte auf seinem Schlitten ein. Der erstarrte Wissenschaftler wird anschließend im Wirtshaus wieder aufgetaut. Bei ähnlich frostigen Temperaturen - zwischen sieben und zehn Grad minus - tuckerten am Samstag die tapferen Akteure des 2. Spexarder Weihnachts-Traktorkorsos los. Den der Kälte trotzenden Frischluft-Fahrern unter den zahlreich erschienenen Trecker-Liebhabern erging es nach der rund 20 Kilometer langen, zweistündigen Tour nicht ganz so dramatisch wie dem eingefrorenen Professor: Nach ein paar Gläschen Glühwein im Bauernhaus hatten sie keine steifen Knochen mehr. „Mir macht Kälte nichts aus, außerdem trage ich heute drei Pullover und zwei Unterhosen“, berichtete der dick eingemummelte Karl-Ludwig Moor auf seinem offenen Massey Ferguson, bevor sich das Mitglied im Isselhorster Pferde-Stärken-Club mit seinem nostalgischen Gefährt (Baujahr 64) dem gemächlich losrollenden Konvoi anschloss. Mit fast 79 Jahren war Moor der älteste Teilnehmer, neben dem Fergusson hat er sich auch noch einen Güldner-Oldie (Baujahr 55, 14 PS) zugelegt. „Beide Trecker habe ich preisgünstig erworben“, zeigt sich der Senior stolz über seinen Schnäppchenkauf.

Angeführt wurde der motorisierte Lindwurm von Initiator Burkhard Willmann, der mit seinem diesmal weihnachtlich geschmückten Deutz (Baujahr 54, 17 PS) auch schon mal die Alpen erkundet hat. Mit mehr als 40 Traktoren übertrafen die Spexarder ihr Vorjahresergebnis - 17 Starter - bei weitem. „Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet“, konnte sich Willmann den Ansturm kaum erklären. Weil die Karawane im nächsten Jahr vermutlich noch länger ausfallen dürfte, will der 72-Jährige die Veranstaltung vorsichtshalber anmelden bei den Behörden. Denn er meint: „Bei vermutlich so vielen Treckern halte ich das für ratsam.“ Die weihnachtliche PS-Parade lockte trotz gefühlten 20 Grad minus viele Leute auf die Bürgersteige. Burkhard Willmann schätzt ihre Zahl zwischen 800 und 1000. Mit von der Partie war auch die in einem Planwagen aufspielende Feuerwehr-Kapelle. „Ich hatte den Musikern angeboten, wegen der Kälte zuhause zu bleiben. Doch das kam für sie nicht in Frage“, freut sich Willmann über das Durchhaltevermögen der bibbernden Bläserabteilung. (Text: Uwe Caspar)



Letzte Änderung: 20. Dezember 2022