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Spexarder wandern auf altem Kirchweg

 
Markus Schumacher (rechts) vom Heimatverein Spexard gab den Wanderern Informationen aus alter Zeit.

Auf den Faden der ersten Christen von Spexard zogen jetzt fast eintausend Jahre später die Teilnehmer der geschichtlichen Wanderung des Heimatvereins Spexard. Der alte Weg zur Urkirche nach Wiedenbrück wurde bis zum Gut Schledebrück nachgegangen.
Die ersten Spexarder gingen zur Kirche nach Wiedenbrück bevor im 11. Jahrhundert das Kirchspiel Gütersloh gegründet wurde. Die ersten Spuren des Kirchspiels Wiedenbrück gehen bis in das 785 zurück. Wiedenbrück gilt als eine der vier Urpfarren des Bistums Osnabrück und kam erst 1823 zum Bistum Paderborn. Wiedenbrück gilt als kirchliches Zentrum eines größeren Missionsgebietes. Karl der Große hatte zur Besiedlung aufgerufen. Der Weg zur Kirche hat damals über das Gut Schledebrück geführt. Die Besiedlung von Spexard wird von Wiedenbrück und Schledebrück ausgegangen sein. Die Meierhöfe von Spexard hatten früher und teilweise auch noch heute erkennbar direkte Wege in westliche Richtung zum Gräftenhof Schledebrück. Die ersten Siedler Spexards und auch Boso, der erste 1088 urkundlich erwähnte Spexarder wird seine Vorfahren auf dem Hof Schledebrück finden.

 
Der herrlich gelegene Gräftenhof Gut Schledebrück.

Gestartet waren die Wanderer vom Schießstand der Sportschützen, wo die dreistündige Exkursion am Abend endete. Durch das Ohlbrock und den Brünings Busch ging es zum Gräftenhof Schledebrück, dem wohl größten bäuerlichen Anwesen im Wiedenbrücker Land. Das Ohlbrock wurde bereits 1052 urkundlich erwähnt. Hier traf sich nachweislich ab 1511 die Gerichtsbarkeit und urteilte jährlich am Freitag nach Fronleichnam. Die Menschen mussten unter anderem Strafgelder bezahlen. Am 1. Juli 1758 besiegten im Ohlbrock, welches heute zu den Städten Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück gehört, fünf preußische Husarenschwadrone zwei französische Regimenter. Zu dieser Zeit bestand das Ohlbrock aus Wald, Wiese und Weise und wurde überwiegend zur Viehhaltung und Holzgewinnung genutzt. Ab 1830 wurde das Land an über 100 Bauern der umliegenden Bauernschaften aufgeteilt.

Der Hof Schledebrück war im Wiedenbrücker Land das größte bäuerliche Gut. Es liegt am Ufer des Ölbachs und wird von der Wapel im Süden gesäumt. Der Hof liegt noch immer ein wenig versteckt und abseits lärmender Verkehrswege. Zum einen die Bundesstraße 61, die 1817 als Fernstraße Koblenz-Mindener Straße gebaut wurde. Hier stärkten sich die Heimatfreunde bei Kaffee und Kuchen und gingen nach Spexard zurück.
Der Wald an der Autobahn ist reich an Hasen und dass war auch vor vielen Jahrhunderten bereits so. Zwischen 1574 bis 1581 gab es Probleme zwischen dem Meier Ameling aus Spexard und den Kindern des Meier zu Schledebrück. Wegen unerlaubter Hasenjagd in Spexard mussten die Schledebrücks im Jahr 1582 90 Reichstaler Strafe zahlen.



Letzte Änderung: 21. Dezember 2012