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Rosenmontagsfrühstück der Landfrauen

 
Engelchen und Teufelchen: Ein zauberhaftes Bild brachte die vereinseigene Tanzgruppe auf die Bühne.

Die Spexarder Landfrauen begannen ihren Rosenmontag im Bauernhaus mit einem närrischen Frühstück, aber viele von ihnen beendeten das närrische Treiben bei Freunden, Nachbarn oder bei Helga Stöhr. Denn das Programm voller bodenständiger Einfälle, Bütten und Sketche brachte sie so in Fahrt, dass sie auf keinen Fall sofort nach Hause wollten.
Rita Beckebans, Vorsitzende und Obernärrin, hat daran Jahr für Jahr einen erheblichen Anteil. „Spechtebauer Helau – Landfrauen Helau“ und eben die obligatorischen Raketen „ . . . auf die Schenkel, auf die Tische, in die Hände und Hui“ – diese Schlachtrufe galten im Spexarder Bauernhaus den Bühnenstars, doch auch den 100 zauberhaft verkleideten Närrinnen. Sie kamen als Engel, Teufel, Piraten, Advokaten, um nur einige Kostüme zu nennen, und boten ein buntes Narrenbild.

Doch auch auf der Bühne ging es kunterbunt zu. Was unternahm Margret Wülling nicht alles, um ihre so „teure Unschuld“ in Sicherheit zu bringen. Letztendlich bat sie den Banker Konrad Geisenhanslüke, sie in der Bank in den Safe einzuschließen. Seine Antwort: „Die behalt’ du man – die verlierst du vermutlich doch nicht.“ Wenig später erlebte Erika Rodenhagen im Bahnabteil ihr blaues Wunder mit einem Mitreisenden (Elisabeth Westhoff) und leistete gegen ihren Willen Samariterdienste. Dabei wollte der Unbewegliche nur das Maß für ein Ofenrohr nicht vergessen. Raketen schossen in den Himmel für ein Meisterstück in Mimik und Gestik. Was sich Fränzken wenig später aus lauter Langeweile ausdachte, das gab Anni Wenningkamp zum Besten. Er hantierte mit einer Tube Klebstoff auf dem „stillen Örtchen“ so, dass die erste Klatschbase buchstäblich kleben blieb. Das Lachen war noch nicht verebbt, da kam Irmgard Kleinegräber als „Lustige Oma“ auf die Bühne und brach eine Lanze für total coole Großmütter. Und auch Katja Volkmann berichtete von einer „Frau aus Lette“ mit Charme und Witz.
Von Therese Senge großartig einstudierte Tänze brachten den Närrinnen den Himmel, doch auch die Hölle ziemlich nah. Die Tänzerinnen schwebten mit dem Erzengel Michael als Engel und Teufel in den Saal. Applaus brandete wieder auf. Er bereitete Hedwig Bartonitschek und Rita Coesfeld den Weg auf die Bühne. Sie lieferten sich wenig später einen handfesten Ehekrach, denn es ging um einen Theaterbesuch, zu dem der Ehemann partout keine Lust hatte. In nobler Kleidung, „mit Persianerjäcksken und Kapotthütken“, erschien wenig später auch Büttenass Helga Stöhr auf der Bühne. Bei ihren Erlebnisse mit „Sickendrees Änne“ im Haus für betreutes Wohnen rissen den Narren die Karnevalsnerven. Doch sie hatte auch eine Menge zu dem Theaterneubau zu sagen: „Die Stadt muss sparen, denn sie will mit nix en Theater bauen.“ Sie versicherte den Narren, dass es vorerst keine Pflasterung rund um das neue Bauwerk geben werde, damit das Klimpern des Geldes, „das sie aus dem Fenster schmeißen“, nicht zu hören sei.
(Neue Westfälische vom 16.2.2010)



Letzte Änderung: 25. Mai 2010