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Vor 75 Jahren wurde das erste Spexarder Gotteshaus geweiht

 
Die erste Bruder-Konrad-Kirche wurde vor 75 Jahren in Spexard eingeweiht. Die Luftaufnahme entstand in den 1950-er Jahren.

Am 31. März 1946 wurde in Spexard die erste Kirche geweiht. Das Jubiläum der Kirchweihe von St. Bruder-Konrad jährt sich damit zum 75. Mal. Der Erzbischof von Paderborn, Dr. Lorenz Kardinal Jäger, nahm die erste Kirchweihe nach dem 2. Weltkrieg in die Diözese vor und weihte das Gotteshaus dem Bauernsohn und Kapuzinerbruder Konrad von Parzham. Der damals höchste Würdenträger des Paderborner Sprengels wurde von der Pankratiuskirche mit einem Landauer abgeholt. In Gütersloh hatte Dr. Jäger zuvor die heilige Firmung gespendet. Eine berittene Abordnung des Reitervereins Sundern-Spexard begleitete ihn. Die Gemeinde wartete an der neuen Kirche auf den hohen Besuch. Ab dem Spexarder Krug war der Weg bis zur Kirche mit Fahnen und Girlanden geschmückt. „Es war ein herrlicher sonniger Frühlingstag, wie zu einem solchen Fest geschaffen“, so steht es in der Gemeindechronik. Die Kommunionkinder und Schüler bildeten ein Spalier mit selbstgemachten Bögen und Blumen. Der Baldachin, den die Spexarder von der Muttergemeinde St. Pankratius ausgeliehen hatten, stand für den Erzbischof bereit. Der Erzbischof umschritt den Kirchbau und klopfte mit seinem Hirtenstab an das verschlossene Portal der Kirche. Er betrat als erster die Kirche, die noch leer wirkte, weil die Kirchenbänke später ihren Platz im Sakralraum fanden. Die Festgemeinde folgte dem Würdenträger und seinen priesterlichen Begleitern in das Gotteshaus. Der Erzbischof war zum Mittagstisch beim Bauern Anton Coesfeld eingeladen. Ein kurzer Fußmarsch führte ihn dorthin. Nachmittags kehrte er bei Familie Alois Altenkord ein.

 
Nach der Weihe verlässt Dr. Lorenz Kardinal Jäger die Kirche

Die Historie des Gotteshauses in Spexard begann am 24. März 1935 mit der Gründung eines Kirchbauvereins. Ein Grundstück an der heutigen Bruder-Konrad-Straße stellte Elisabeth Stüker zur Verfügung. Zum Bau einer ersten Kirche kam es erst elf Jahre später, weil die Muttergemeinde St. Pankratius die Unterstützung verweigerte. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Weg zur Pankratius-Kirche immer gefährlicher. Mit großen Mühen gelang es in der Sperrholzfabrik Feuerborn einen Betriebsraum herzurichten, in dem ab dem ersten Advent 1944 sonntags die heilige Messe gelesen wurde. Jeden Dienstag und Freitag fand der Gottesdienst im Spexarder Krug statt. Am Fest Christi Himmelfahrt 1945, berief Pfarrer Siegfried Hofius aus der Pfarrei St. Pankratius eine Versammlung ein. Der Beschluss eine eigene Kirche in Spexard zu erbauen wurde gefasst und mit dem Bau wurde begonnen. Hermann Feuerborn und Alois Altenkord konnten durch intensive Verhandlungen zwei alte Militärbaracken erwerben. Maurer, unter ihnen Wilhelm Steckling und Heinrich Franzbohnenkamp, begannen mit dem Bau der Grundmauern. Mehrere Bauern transportierten die Ziegelsteine mit Pferdefuhrwerken vom Gütersloher Hartsteinwerk zur Baustelle. Viele freiwillige Helfer brachen die Baracke an der Verler Straße ab und bauten sie nach kurzer Zeit wieder auf. Die Chronik der Gemeinde erwähnt in diesem Zusammenhang besonders die Verdienste des Zimmermanns Ferdinand Pollmeier. Große Schwierigkeiten bereitete den Aktiven die Beschaffung von Baumaterialien. Selbst für gutes Geld waren sie nicht erhältlich. Doch die Gemeindemitglieder bewiesen einen starken Opfergeist. Jeder stiftete das, was er über hatte und nach knapp einem Jahr Bauzeit war die im Volksmund genannte Barackenkirche erstellt, die 1973 durch einen Neubau ersetzt wurde.



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