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Rainer Schepper rezitierte Wilhelm Busch

 
Gab Wilhelm Busch im Spexarder Bauernhaus seine Stimme: Rainer Schepper aus Münster

Zwischen seinem 175. Geburtstag im April dieses Jahres und seinem 100. Todestag im nächsten Januar gab sich Wilhelm Busch im Spexarder Bauernhaus die Ehre. Der Autor und Publizist Rainer Schepper aus Münster verschaffte ihm Gehör, frei nach den in „Nachruhm“ überlieferten Versen: „Ob er gleich von hinnen schied, ist er doch geblieben, der so manches schöne Lied einst für uns geschrieben.“
„Unser Mund wird ihn entzückt lange noch erwähnen“, heißt es dort weiter. Der Rest indes sei nicht zitiert, denn Busch sparte auch hier nicht mit einer ernüchternden Spitze, die sich in diesem Falle gegen ihn selbst und seinen Sprecher richtete. Das aber hätten beide nicht verdient, erwiesen sich die Gedichte des Humoristen doch aus dem Munde des gelassen treffend frei rezitierenden Rainer Schepper als nach wie vor recht frisch.

Schepper hatte aus dem Werk des im niedersächsischen Wiedensahl geborenen Zeichners und Schriftstellers unter anderem Texte aus den „Fliegenden Blättern und Münchner Bilderbogen“, aus „Dideldum“, „Zu guter Letzt“ und „Schein und Sein“ ausgewählt. Das pralle Leben zwischen Geburt und Tod, Lieben und Streiten, das Dasein mit all seinen Unzulänglichkeiten, kleinen Hoffnungen, großen Enttäuschungen spiegelt sich dort wider, vom Menschenbeobachter mit mehr oder weniger mildem Spott und Lebensweisheiten in Reimform gebracht.
Die gut 40 Besucher hörten etwa „Die Fliege“ summen, die dem Herrn Inspektor keine Ruhe gönnt („Erquicklich ist die Mittagsruh, nur kommt man oftmals nicht dazu“), und den „Nöcker-Greis“ räsonieren („Es ist hienieden viel zu viel verschieden“), erfuhren vom Schicksal des ruhelos Aktiven („Ohne ihn, da ging es nicht“) und vom Zank zwischen Wolf und Löwe um die Jagdbeute, die Dr. jur. Fuchs spitzfindig so verteilt, dass es sich vor allem für ihn selber lohnt.

Die Kochexzesse unserer Tage haben ihre Vorbilder offenbar in der bürgerlichen Küche des 19. Jahrhunderts. Doch auch wer die TV-Kochbrüder wegzappt, ihre Bücher erst gar nicht aufklappt, wird sich dennoch gerne anhören, wie Liese in stillem, aber leidenschaftlichem Küchendienst „Pfannkuchen und Salat“ hinkriegt, besonders, wenn Raine Schepper es bruzzeln lässt: „Hierauf so geht es wieder heiter mit unserm Pfannekuchen weiter. Nachdem das Feuer leicht geschürt, die Pfanne sorgsam auspoliert, der Würfelspeck hineingeschüttelt, so dass es lustig brät und brittelt, pisch kommt darüber mit Gezisch das ersterwähnte Kunstgemisch! “
(Neue Westfälische vom 12.10.2007)



Letzte Änderung: 12. Dezember 2007