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Brockwegbrücke im Zeitplan

 
Die beiden Betonfundamente rechts und links der Autobahn 2 werden in der Fachsprache als Widerlager bezeichnet. Zwischen ihnen und auf dem Mittelpfeiler werden bald 70 Tonnen schwere Fertigteile platziert, über die dann der breitere Brockweg führt.

Während auf der Autobahn 2 der Verkehr vorbeirauscht, schreiten die Bauarbeiten an der neuen Brockwegbrücke ebenso zügig voran: Zwei Kranwagen werden in der Nacht vom 23. auf den 24. August zehn jeweils 70 Tonnen schwere Betonfertigteile zwischen den beiden Widerlagern und dem Mittelpfeiler platzieren. Für diesen bautechnischen wie logistischen Kraftakt wird die A 2 dann von dem Samstagabend um 19 Uhr bis zum Sonntagmorgen um 11 Uhr zwischen den Anschlussstellen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück komplett gesperrt werden. Diesen bereits zu Beginn der Bauarbeiten im März festgelegten Termin hat jetzt Manuela Poschau vom federführenden Landesbetrieb Straßen.NRW bestätigt: »Es läuft alles nach Plan«, sagte sie gestern dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage. Die Fertigbauteile werden nach Poschaus Angaben am Niederrhein hergestellt und kommen auf Schwerlasttransportern zur Spexarder Baustelle. Die Brücken-Komponenten sind jeweils 33 Meter lang, 2,40 Meter breit und haben eine Höhe von 1,40 Meter. Sie werden während der nächtlichen Sperrung von Kranfahrzeugen zwischen die Widerlager gehoben, ergeben somit die Verbindung, über die dann Kreisstraße sowie Rad- und Fußweg führen.

1,83 Millionen Euro investiert Straßen.NRW in den Neubau der Brücke. Der darüber laufende Brockweg, die Kreisstraße 3, verbindet Gütersloh mit dem südlich gelegenen Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil Lintel. An dem aufwändigen, aber offenbar notwendigen Projekt beteiligt sich der Kreis Gütersloh mit 500 000 Euro, das übrige Geld stammt aus Bundesmitteln. Der Zeitplan habe auch deshalb so exakt eingehalten werden können, weil der Untergrund keine Überraschungen geboten habe. Manuela Poschau: »So eine Autobahnbrücke ist im Prinzip eine Standard-Konstruktion, die aber immer auf die jeweiligen Bodenverhältnisse abgestimmt werden muss.« In Spexard liege ein eher sandiger Boden vor, dennoch habe eine Flachgründung mit geringer Fundamenttiefe ausgereicht.

Der Neubau soll 100 Jahre halten: »Doch wie lange so eine Brücke dann tatsächlich hält, hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Verkehrsaufkommen entwickelt«, bemerkte Poschau im Hinblick auf das im März abgebrochene Bauwerk, das bereits nach 40 Jahren marode war und zuletzt nur noch einspurig befahren werden durfte. »Der Schwerlastverkehr hat in den vergangenen Jahren immens zugenommen«, sagt die Expertin des Landesbetriebs und nennt damit die Hauptursache für den Verschleiß des Bauwerks in Beton-Stahlausführung. Während Straßen.NRW die Brücke bauen lässt, kümmert sich der Kreis parallel um die Arbeiten an den Zufahrtsdämmen sowie um den Geh- und Radweg, der stadtauswärts an der rechten Fahrbahnseite über die Brücke führen wird. Nach Auskunft von Manuela Poschau werden für den Neubau bis November 1500 Kubikmeter Beton und 200 Tonnen Stahl verbaut werden. (Westfalenblatt vom 6.8.2014)



Letzte Änderung: 23. Juni 2015