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Die Chronik des Kriegsteilnehmervereins „Einigkeit Spexard“

Die Veröffentlichung und Übersetzung der Chronik des ersten Vereins in Spexard und einer Auflistung aller Kriegsteilnehmer auf www.spexard.de im Menü „Geschichte“ ist ein weiterer Beitrag der Geschichtswerkstatt des Heimatvereins. Für die Geschichte des Vereins und der Gemeinde ist die geführte Chronik von großer Bedeutung, weil sie das soziale Leben nach dem Ende des 1. Weltkrieges bis 1945 darstellt. Die Kriegerkameradschaft Spexard hat sich 2013 aufgelöst. Die 1. Chronik endet 1962. Zwei weitere Protokollbücher sind bis zur Vereinsauflösung geführt und sind ein wertvolles Dokument eines Vereins von der Gründung bis zur Auflösung.

 
Die Ehrenjungfrauen bei der Fahnenweihe am 20. August 1929: In der ersten Reihe von links: Katharina Linnenkamp, Gertrud Oesterwinter, Maria Tiesbohnenkamp, Katharina Müterthies – hält das von den Frauen gestiftete Fahnenband zusammen mit – Bernhardine Sellmann, Cäcilia Johannbarkey, Hedwig Schulte, Anna Wickjürgen. Dahinter die Fahnenoffiziere: Heinrich Hemkentokrax, Gerhard Tigges und Johann Himmelmeier.

Die Gründung 1919 erfolgte nach dem 1. Weltkrieg. Die Mitglieder der ersten Stunden setzten sich viele Jahrzehnte für die Soldatenwitwen beider Weltkriege ein und zahlten Kriegsheimkehrern eine Starthilfe aus. Es wurden Feste veranstaltet und Theater für den guten Zweck gespielt. Frieden zu Hause finden, dass wollten nach dem Ende des 1. Weltkriegs die Männer Spexards, die an den Fronten gedient hatten. Sie waren Teile einer geschlagenen Armee. Das Kaiserreich war zu Ende. Zwei Millionen waren nicht heimgekehrt und ihre Gräber waren außerhalb der Reichsgrenzen. Hunger und Not waren Alltag in dieser Zeit. Die Geschichte des Vereins begann am Himmelfahrtstag des Jahres 1919. Die heimgekehrten Soldaten waren froh, wieder in der Heimat zu sein. Überall im Kreis Wiedenbrück waren Heimkehrfeiern und Fest abgehalten worden. Eine Gemeinde wollte die andere übertreffen. Nur in Spexard fanden diese Feiern nicht statt. Kein Willkommensgruß und keine geschmückten Straßen. Die Kriegsteilnehmer wollten sich damit nicht abfinden, trafen sich im Spexarder Krug, gründeten einen Festausschuss und organisierten ein Fest für alle Bürger. Es war das erste Spexarder Fest seit Menschengedenken heißt es in der Vereinschronik. Die Hälfte des Überschusses wurde an die Witwen der verstorbenen Soldaten verteilt und bei einem weiteren Treffen ein Verein gegründet. Vorsitzender wurde August Tiesbohnenkamp. Ziel und Zweck des Vereins war die Pflege der Geselligkeit und die Vertretung der Interessen der Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen der Gemeinde Spexard. Das Kriegerdenkmal wurde aus Vereinsmitteln und ohne öffentliche Mittel finanziert und 1926 unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit eingeweiht.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 musste der Verein einer Dachorganisation beitreten. Von 1942 war es ihm verboten, seine vereinseigene Traditionsfahne zu zeigen. In den ersten Nachkriegsjahren durch die Militärregierung verboten, entstand der Verein 1951 neu. Die erste Mitgliederversammlung wurde 1951 abgehalten. Vorsitzender blieb August Tiesbohnenkamp. Als Vorsitzender folgte ihm 1962 Spexards letzter Bürgermeister Robert Mahne. Der Verein wurde im gleichen in „Kriegerkameradschaft Spexard“ unbenannt. Das Denkmal wurde 1973 wegen der Verbreiterung der Verler Straße an die Bonifatiusstraße umgesetzt. Es folgte die Auflösung unter dem letzten Vorsitzenden Norbert Brinkrolf. Zur letzten Amtshandlung am 10. November 2013 erschienen 12 Mitglieder. Die außerordentliche Generalversammlung beauftragte den Vorstand mit der Abwicklung. Die Mitgliederzahl war auf 45 gesunken. Der Tag der Vereinsauflösung war abzusehen und zeichnete sich seit einigen Jahren ab. Für den Verein konnten keine neuen Mitglieder mehr gefunden werden und der älteste Verein in Spexard hörte damit auf zu existieren.

Der Heimatverein ist auf der Suche nach weiteren Fotos des Kriegervereins und aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Infos dazu bitte an heimatverein@spexard.de .



Letzte Änderung: 11. Mai 2021