![]() | Bruder-Konrad-Kindergarten seit 1960 an der Don-Bosco-Straße |
Die alte Baracke an der Bruder-Konrad-Kirche wurde erst als Schule und bis 1960 als Kindergarten genutzt. |
„Am 14. Mai wurde im Jugendheim erstmalig die religiöse Betreuung der Kleinkinder im Alter von 3 – 5 Jahren begonnen, da uns das Provinzial-Mutterhaus der Mägde Mariens in Köln eine staatlich geprüfte und erfahrene Kindergärtnerin – Sr. Hildeberta – zur Verfügung stellte.“ Mit diesem Satz aus der Kirchenchronik des Jahres 1957 beginnt für die Spexarder Bevölkerung eine neue Ära. Erstmals wurde für die Kleinsten der Bruder-Konrad-Gemeinde eine regelmäßige Betreuung und Erziehung organisiert. Die Ordensschwestern waren schon seit 1947 in Spexard auf den verschiedensten Gebieten aktiv. Die Kinderbetreuung gehörte bis dahin aber nicht dazu.
Viele Eltern nahmen das Angebot der Pfarrgemeinde an, auch wenn die damalige Betreuung mit dem heutigen Konzept von Tageseinrichtungen für Kinder kaum was zu tun hatte. Auch die räumlichen Bedingungen an der damaligen Kirchstraße (heute Bruder-Konrad-Straße) waren nicht gerade die besten. So gingen die rund 60 Kinder, um ihr Geschäft zu erledigen, auf ein Töpfchen, welches hinter einem Vorhang versteckt war. Das Gebäude war frei geworden, da die bisher dort beherbergte Schule in einen Neubau umgezogen war.
Der Kindergarten im Jahr 1960 noch ohne den Anbau. |
Vielleicht waren es gerade diese Bedingungen, die den Kirchenvorstand am 15. Januar 1959 dazu veranlassten, den Bau eines Kindergartens mit Schwesternwohnung zu beschließen. Vorraussetzung waren Beihilfen aus dem Landesjugendplan, dem Kreis Wiedenbrück, der politischen Gemeinde Spexard und des Erzbischöflichen Generalvikariats in Paderborn. Das Grundstück an der damaligen Fröbelstraße (heute Don-Bosco-Straße) wurde vom Bauern Roggenkamp gekauft. Mit dem Gütersloher Architekten Reinhold Fischer-Fürstenau konnte der Kirchenvorstand einen zuverlässigen Partner finden, der bereits am 30. September 1959 mit dem Bau des neuen Bruder-Konrad-Kindergartens begann. Auch an die Zukunft hatte man damals schon gedacht. Fischer-Fürstenau hatte in seinen Plan eine Erweiterungsmöglichkeit bis auf 90 Plätze vorgesehen. Die ersten 20.000,- DM wurden kurzfristig vom Gemeinderat freigegeben und durch Amtsdirektor Deppe überwiesen. Schon am 1. Dezember des gleichen Jahres wehte der Richtkranz über dem Rohbau.
Der Bruder-Konrad-Kindergarten nach der Erweiterung im Jahr 1972. Der mittlere und rechte Teil wurden bereits 1960 in Betrieb genommen. |
Am 31. Mai 1960 konnten die Ordensschwestern in Ihre neue Wohnung über dem Kindergarten einziehen. Seit dem 10. Juni 1960 unterstützte Sr. Walburga Sr. Hildeberta bei der Betreuung der Kinder. Zu einer schlichten Einweihungsfeier am 29. Juni 1960 konnte der Hausherr, Erzpriester Bernhard Schörnig, mit Dechant Hofius, Amtsdirektor Deppe, Amtsbürgermeister Vollmer, Bürgermeister Grochtmann, Amtsdirektor Hensdiek, dem Kirchenvorstand und den Räten der Gemeinde reichlich Prominenz begrüßen. Am 1. Juli zogen dann endlich die Kinder aus der alten Baracke in den Neubau um. „Eine Wohltat für Eltern und Kinder“. So titetelten die Zeitungen damals. In den Jahren 1971-1972 wurde vom Architekten Fischer-Fürstenau die bereits 1960 angedachte Erweiterung realisiert. Zuerst hatte der Kirchenvorstand mit Widerstand aus Paderborn zu kämpfen, da parallel auch die neue Bruder-Konrad-Kirche gebaut wurde. Doch am 7. März 1972 wurde dann das Richtfest gefeiert. Im Oktober hatten dann bis zu 90 Kinder Platz. Im Obergeschoss gab es auch einen eigenen Turnraum.
Sr. Aquina im Jahr 1971 mit Kindern im Waschraum des Kindergartens. |
Im Laufe der Zeit hatte der Kindergarten verschiedene Leitungen. Auch weil die Ordensschwestern an anderen Orten gebraucht wurden, waren einige Schwestern nur kurz in Spexard tätig. Auf Sr. Hildeberta folgten Sr.Laetitia(1970), Sr.Aquina/Sr.Luitgardis/Sr.Patritia(1971), Sr.Luise(1972), Sr.Oswalda(1973), Sr.Hedwig(1976) und Sr. Columba(1976). Nachdem mit Sr.Irmgard(1984-1992) die letzte Leiterin in Ordenstracht den Kindergarten verlassen hatte, leitete Beate Großelanghorst (1993-2002) die Tageseinrichtung für Kinder. Ihr folgte am 1.7.2002 Barbara Pröger, die den Kindergarten auch im Jubiläumsjahr führt. Zum 1.8.2009 hat die Katholische Kirchengemeinde St. Bruder Konrad die Trägerschaft an die Kath. Kindertagesstätten Minden-Ravensberg-Lippe gem. GmbH mit Sitz in Bielefeld übertragen. Anlass hierzu war das Gesetz „KIBIZ“, dass es den Kindergärten immer schwieriger macht, dem eigentlichen Erziehungsauftrag nachzukommen.