![]() | Volksfest vom 9.-12. September 1988 |
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Der Torbogen am Eingang des Festplatzgeländes. |
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres war das Volksfest auf dem Festplatz an der Bruder-Konrad-Straße. An allen vier Tagen war das Wetter gut, und so konnten die Veranstaltungen bei optimalen Bedingungen durchgeführt werden. Ein großer Torbogen mit Inschrift zum Jubiläum war eigens am Aufgang zum Festplatz aufgestellt worden. Das Volksfest begann am Freitag, 9. September, mit einer Jugend-Live-Fete im Festzelt. Es spielte die Band „Starlights“ aus Rheda-Wiedenbrück. Der Samstag, 10. September, begann um 14 Uhr mit einem Kinderfest auf dem Festgelände mit vielen interessanten Spielen. Um 15 Uhr startete das Dreschfest der Landwirte. Sie hatten dafür im Juli auf einem Feld des Hofes Determeyer Roggen nach alter Väter Sitte geerntet und per Hand zu Garben gebunden. Das Fuder wurde nun an die alte Dreschmaschine wie anno dazumal gefahren und auf dem Festplatz gedroschen. Den Kommentar zu dieser Tätigkeit und viele Erklärungen gab Heinrich Feldhans. Ein Teil des Festplatzes war in eine alte Spexarder Heidelandschaft mit Holzhürden für Schafe und Geflügel in der Voliere umgestaltet worden, um zu dokumentieren, wie es vor 900 Jahren in Spexard aussah. Auf dem Festgelände wurde Handwerk aus alter Zeit vorgeführt. Im Festzelt konnten Schnitzer, Spinner, Schuster und Holzschuhmacher bei der Arbeit beobachtet werden, und auf dem Festplatz arbeitete ein Seiler an seinem Gerät. Weiter zogen eine Feldschmiede mit Hufschmied und alte landwirtschaftliche Tätigkeiten die vielen Besucher in ihren Bann. Die Tanzgruppe der Landfrauen trat auf, und die Landfrauen boten Gerichte wie zu Großmutters Zeiten an. Zum Gewichtschätzen wurde eine Milchkuh angebunden. Ab 20 Uhr spielten die „River Boys“ zum Festabend auf. Eine mit der Eintrittskarte verbundene Verlosung ergab als Hauptgewinn eine Fahrt mit dem Heißluftballon.
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Der Festumzug zum Jubiläum 900 Jahre Spexard. |
Am Sonntag, 11. September, wurde ab 9 Uhr im Festzelt ein ökumenischer Gottesdienst unter Mitwirkung der Geistlichen der evangelischen Matthäus-Kirchengemeinde Sundern und der katholischen Bruder-Konrad-Kirchengemeinde Spexard gefeiert. Die musikalische Begleitung übernahm die Musikkapelle der Partnergemeinde Simmershausen aus der Rhön. Zum anschließenden Frühschoppen traten die Jagdhornbläser „Bunte Strecke 78“ auf.
Ab 13.30 Uhr begann ein gigantischer Festumzug unter dem Motto „Geschichte und Geschichten“ durch Spexard. Mehr als 100 Einheiten bewegten sich vom Hüttenbrink über die Bruder-Konrad-Straße, Linteler Straße, Pagenstroths Weg, Spexarder Postweg, Sollingstraße, Hoher Kamp, Wilhelmstraße und Piusstraße bis zum Festgelände. Tausende begeisterte Zuschauer sahen einen prächtigen Festumzug mit 46 fantasievoll erstellten Festwagen. Neben starken Abordnungen aller Vereine und 13 Musikkapellen waren es vor allem die Motivwagen der Landwirte, Handwerksbetriebe und Nachbarschaftsgruppen aus Spexard, die für Aufsehen sorgten. Ab 15 Uhr zogen die Fußgruppen auf den Rasenplatz an der Josefschule auf. Die Festwagen wurden auf dem Schulhof und dem Festgelände abgestellt und konnten von den zahlreichen Besuchern bewundert werden. Nach Tanzvorführungen auf dem Rasenplatz von Gruppen des Sportvereins Spexard wurden 1.000 Brieftauben aufgelassen. Franz Diermann vom Taubenverein Heimattreue hatte die Aktion in die Wege geleitet.
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Das Festplatzgelände an der Bruder-Konrad-Straße. |
Eingebunden in den Festumzug war ein Luftballonwettbewerb für Kinder, den Hubert Kötter und Reinhard Mertens vom Sportverein Spexard organisiert hatten. In kurzen Festreden von Ortsvorsteher Robert Mahne und Bürgermeister Karl-Ernst Strothmann kam die Freude über den gelungenen Festumzug zum Ausdruck. Robert Mahne schloss seine Ansprache mit der Feststellung: „So schön wie heute war Spexard noch nie!“ Nach dem Festumzug bevölkerten die Teilnehmer und Zuschauer das Festgelände. Ab 19 Uhr begann der Tanz im Festzelt mit der Feuerwehrkapelle des Löschzuges Spexard.
Der vierte Festtag am Montag, 12. September, wurde als „Spexarder Heimattag“ gefeiert und begann am Vormittag mit einer Theateraufführung der Grundschulen im Festzelt. Am Nachmittag folgte eine große Kaffeetafel mit vielen Programmpunkten. Die Moderation lag in den bewährten Händen von Dr. Artur Syring. Es waren im Vorfeld Einladungen an ehemalige Spexarder Bürgerinnen und Bürger gerichtet worden, der 330 Personen gefolgt waren. Sogar aus den USA waren die Nachfahren der ausgewanderten Bauernfamilie des Beckmann-Hofes angereist. Insgesamt 650 Personen nahmen an der großen Kaffeetafel teil. Viele Besucher besichtigten die Ausstellung der Fotos und Exponate in der Josefschule. Mit dem Einzug der Vereine zum letzten Festabend kam es zu einer nicht für möglich gehaltenen Steigerung der ausgelassenen Stimmung und zu einem würdigen Abschluss des Volksfestes bis in die frühen Morgenstunden hinein.